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Großer Bahnhof für Joachim Dirschka

Datum: 26.08.2011 09:00

ZDH-Präsident Otto Kentzler würdigt langjährigen Leipziger Handwerkskammer-Präsidenten

Großer Andrang am Bayerischen Bahnhof in Leipzig: Vor 500 Gästen hat Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) den langjährigen Präsidenten der Handwerkskammer zu Leipzig, Joachim Dirschka, offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Im Beisein seines Nachfolgers Ralf Scheler, Wirtschaftsministers Sven Morlok (FDP), Finanzministers Georg Unland (CDU) und des Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Otto Kentzler, lobte Tillich Dirschkas unermüdlichen Einsatz für die Entwicklung der Region und des Landes.

"Dass zwei Minister und ich heute anwesend sind, zeigt, wie dankbar wir für die letzten 20 Jahre sind", würdigte Tillich den scheidenden Dirschka, der die Handwerkskammer nach der Wiedervereinigung aufgebaut hatte. Gleichzeitig betonte der sächsische Regierungschef die Bedeutung älterer Arbeitnehmer für die Wirtschaft Sachsens. Berufserfahrung sei "nicht einfach vorhanden" und müsse neu geschätzt werden. Das Anfang des Jahres von der Landesregierung gestartete Projekt "5000 mal 50", bei dem Unternehmen verstärkt zur Einstellung von Über-50-Jährigen ermutigt werden sollen, beginne Früchte zu tragen, so Tillich weiter.
Kentzler, dem Dirschka lange Zeit als ZDH-Vizepräsident zur Seite stand, er­innerte im Guten an die "Dickköpfigkeit" des 70-jährigen Elektromeisters: "Er hat sich nie zurückgehalten, wenn ihm etwas nicht gepasst hat, war aber immer auch ­di­plomatisch." Die Anwesenheit von 18 Handwerkskammerpräsidenten aus dem gesamten Bundesgebiet bei der Feierlichkeit nannte Kentzler eine "Hommage". Sie zeige, dass Dirschka sich weit über die Landesgrenzen hinaus durch seine Arbeit für das Handwerk Anerkennung erworben habe.
Dirschka selbst, der mit Tillich nicht nur seinen zweiten Vornamen Stanislaw, sondern auch "viele Facetten des gemeinsamen Lebens" teile, lobte die gute Zusammenarbeit mit der Politik. "Ich habe meine Amtszeit genossen, weil mir die Arbeit Spaß gemacht hat." Für sein Schaffen wurde Dirschka gestern zum Ehrenpräsidenten der Leipziger Kammer ernannt.
Dirschka war seit 1990 ohne Unterbrechung in diesem Amt, sein Herzensprojekt war die Errichtung des Bildungs- und Technologiezentrums in Borsdorf, das dem handwerklichen Nachwuchs völlig neue Chancen bietet. Aber auch über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus hat sich Dirschka verdient gemacht: Zehn Jahre lang stand er an der Spitze des Sächsischen Handwerkstages, war zudem langjähriges Mitglied im ZDH-Vorstand und zahlreichen ­weiteren Gremien. Er verstand sich immer als Mittler zwischen Wirtschaft und Politik. Leipzigs Ober­bürgermeister Burkhard Jung (SPD) betonte in seiner Rede: "Mit seinem Rundumblick für die ­wirtschaftliche Lage des Handwerks war er stets auch ein Ratgeber für die Politik."

Großer Bahnhof für Joachim Dirschka

Großer Bahnhof für Joachim Dirschka (3.v.l.): Ralf Scheler, Präsident der Handwerkskammer zu Leipzig, Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, ZDH-Präsident Otto Kentzler und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (v.l.).

 

 

LVZ 26.8.2011

Von Tobias Ossyra

 

Foto: Wolfgang Zeyen

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